3.2 Postmaoistische Ära

Sofort nach Maos Tod im Jahre 1976 wurde mit dem maoistischen Sozialismus, verkörpert durch die „Viererbande“ (vier einflussreiche „linke“ Politiker, darunter Maos Frau, welche führend die Kulturrevolution mitbeeinflussten), abgerechnet. Mao blieb, ähnlich wie Lenin, als ideologische Galionsfigur erhalten. Einige seiner Aussagen zu Kommunismus und Politik, die sich kaum auf die Ökonomie bezogen, wurden weiter in Form des „Roten Buches“ der Bevölkerung als bedeutende Errungenschaft zum Studium empfohlen.
In der Führungsetage der KPCh setzten sich immer mehr solche Politiker durch, die für Veränderungen des chinesischen Sozialismus plädierten. Sie änderten nichts am Ziel, China in kürzester Zeit zu einer Weltmacht zu machen und hielten, um dieses Ziel zu erreichen, vorerst am Sozialismus fest. Wie Mao sahen sie in den zahlreichen Untertanen eine Produktivkraft, doch im Gegensatz zu Mao vertrauten sie nicht auf die jahrelang betriebene Agitation, die lautete: Wenn den äußeren und inneren Feinden standgehalten und mit Disziplin und Opferbereitschaft der Aufbau des Sozialismus weitergetrieben wird, dann würde alle bald eine rosige Zukunft erwarten. Den Pragmatikern war klar, dass die erreichten Erfolge zu bescheiden im Vergleich zu den Anstrengungen waren, und das „Einholen“ der Ersten Welt weit längere Zeit in Anspruch nehmen würde als versprochen, bzw. mit dem Sozialismus gar nicht gelingen konnte. Sie gingen davon ab, auf das sozialistische Bewusstsein der Massen zu setzen, und versuchten immer mehr „Methoden“ zu implementieren, welche der Marktwirtschaft entnommen wurden, um Betriebe und Arbeitskräfte effektiver auszubeuten. Die folgenden Kapitel machen deutlich, wie sich die chinesische Wirtschaft der Marktwirtschaft annäherte. Eingeleitet und geprägt wurde diese Ära vor allem von Deng Xiao-ping.


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