3.1 Maoistisch sozialistische Ära – – – – – – – – – – – 3.1.1 Die Gründung des „roten“ China

Die Kommunisten, die ab 1949 die Politik und Ökonomie des Landes prägten, begannen mit ihrem Widerstand gegen das alte Regime und ausländische Okkupanten in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Sie waren nicht die einzige Widerstandsgruppe. Gemeinsam mit den anderen hatten sie den Standpunkt: „China den Chinesen“. Ihr spezielles Programm für das „Neue China“ entnahmen sie den Schriften und der praktischen Politik der Bolschewiki.
In einem lange andauernden Bürgerkrieg und auch Krieg gegen die japanischen Besatzungstruppen wurden die Kommunisten immer wieder geschlagen und dezimiert. Es gelang ihnen allerdings auf ihrem „Langen Marsch“ durch die Provinzen, ihrer endgültigen Zerschlagung zu entgehen und neue Rekruten für ihren Kampf zu agitieren.
Gemeinsam mit anderen nationalen Kampfgruppen konnten sie die nach dem Zweiten Weltkrieg geschwächten Japaner endgültig verjagen. Danach entbrannte der Machtkampf innerhalb der nationalen Gruppierungen, vor allem zwischen den beiden stärksten: dem von den USA unterstützten und von Tschiang Kai-schek geführten Kuomintang und den unter sowjetischer Patronanz stehenden Kommunisten Mao Tse-tungs. Der Kampf um die Macht endete mit der Niederlage der Kuomintang und der Flucht Tschiang Kai-scheks nach Formosa (Taiwan).
Die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) übernahm nun nicht die Macht alleine, sondern bildete vorerst eine „demokratische Einheitsfrontregierung“, in der alle nationalen Gruppierungen eingebunden waren. Im Oktober 1949 wurde von dieser die „Volksrepublik China“ proklamiert. (Ist im Folgenden von China die Rede, so ist damit die Volksrepublik China gemeint.)
Aufgrund taktischer Überlegungen und der praktischen Stärkeverhältnisse teilten also die Kommunisten vorerst die Macht im Staate mit anderen Gruppierungen. Es gab noch starke Bastionen anderer nationaler Gruppen im ganzen Land. Diese sollten miteingebunden werden und beim Aufbau eines unabhängigen Chinas mitarbeiten. (Die letzten Entscheidungen dieser Einheitsfrontregierung behielt sich allerdings die KPCh mit ihrem Vorsitzenden Mao Tse-tung vor.)
Ideologisch unterlegt wurde die Politik der KPCh mit dem Hinweis auf den Historischen Materialismus, der vor der eigentlichen „sozialistischen Revolution“ eine „bürgerlich demokratische“ vorsah. Tatsächlich wurden in den ersten Jahren das Privateigentum und die freien Märkte kaum angetastet. Die Bourgeoisie wurde zur Mitarbeit aufgefordert und den Bauern wie in der Sowjetunion 1917 / 18 Land als Eigentum zugewiesen. Den Großgrundbesitzern wurde Land weggenommen und Kleinbauern übereignet, traditionelle feudale Sippenverhältnisse mit einer Ehe- und Familienreform formell aufgelöst. Nicht zu verwechseln ist diese Übergangszeit mit einer Etablierung der Marktwirtschaft – dafür mangelte es an den entsprechenden politischen und ökonomischen Voraussetzungen.
Erst 1953, nachdem sich die politischen Verhältnisse im Sinne der KPCh stabilisiert hatten, begann diese mit der Umsetzung der „proletarisch sozialistischen Revolution“ nach sowjetischem Vorbild.


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