1.3 Resümee

Das Wirtschaftssystem der Reduktionen brachte es zuwege, die Bevölkerung eines Landstriches für die damaligen Verhältnisse gut zu versorgen. Diese Ökonomie war in jedem Fall eine Alternative zum herkömmlichen Feudal- und Kolonialsystem – eine Alternative zur Marktwirtschaft insofern, als damit eine wirtschaftliche Entwicklung eines Landes auf Basis einer Gemeinwirtschaft, ohne Privateigentum, Markt, Geld und Staatsgewalt bewerkstelligt wurde. Widerlegt wurden und werden damit die Behauptungen, dass eine Produktion nur auf Basis von Privateigentum und Markt prosperieren kann, als auch, dass Geld und Privateigentum unverzichtbare, quasi natürliche Elemente einer arbeitsteiligen Ökonomie wären. Und widerlegt werden damit auch Kritiker, welche eine Versorgungswirtschaft ohne Gewalt nicht für möglich halten. Diese Erkenntnisse lassen sich im Hinblick auf eine BVW daraus ableiten – nicht mehr und nicht weniger.
Keinesfalls kann der „Jesuitenstaat“ als Modellfall für eine BVW dienen. Es wäre ein Rückschritt, die Versorgung mit der heutigen Vielfalt der Güter, einem hohen Grad an Arbeitsteilung und einer großen Industrie im Rahmen von kleinen Selbstversorgereinheiten zu betreiben. Die Versorgung im Sinne der BVW kann nur gelingen, wenn für eine größere Region Pläne erstellt werden, die mit hohem technischen Niveau und einer gut funktionierenden Logistik umgesetzt werden. Sicher setzt dies auch ein anderes Bewusstsein der Produzenten voraus. Die Padres brachten ihren Schützlingen die notwendigen Fertigkeiten für ihre einfache Selbstversorgerwirtschaft bei, die geistige Bildung war auf die Gottesdienste beschränkt. Eine BVW wird mit frommen, unwissenden Schäfchen nicht zu machen, bzw. nicht anzustreben sein. Die BVW verlangt aufgeklärte Menschen mit Wissen, welches für die Weiterentwicklung der Leistungen und Produktion eingesetzt wird.


1 Antwort auf “1.3 Resümee”


  1. 1 Inhaltsverzeichnis « Bedürfnisorientierte Versorgungswirtschaft statt Kapitalismus Pingback am 11. Dezember 2008 um 15:24 Uhr
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