1 Der (erfolgreiche) bürgerliche Staat

Der bürgerliche demokratische Staat hat sich seine Ökonomie mit allem Drum und Dran eingerichtet, um sich an dieser zu bedienen. Einige Staaten haben es kraft ihrer Wirtschaft geschafft, ihre Souveränität gegenüber anderen Staaten mit den gleichen Zielen zu behaupten und zu stärken. Dabei gab es auch so manche kriegerische Auseinandersetzungen, in denen die Hierarchie der Staaten verändert wurde – um die Konkurrenz auf anderer Stufe weiterzuführen.
Mit der wirtschaftlichen Potenz wird auch das Militär stärker. Die moderne Rüstung muss finanziert werden und dabei können Staaten auf mehr oder weniger Mittel zugreifen. Mit den Volksmassen allein wird kein Krieg mehr gewonnen.
Das Staatsvolk der Ersten Welt bekommt davon auch seinen Teil ab – so oder so. Es wird für die Produktion ge- und verbraucht und kann sich das Verdiente einteilen. Manchmal haben die Bürger auch in Kriegen für Freiheit und staatliche Souveränität ihr Leben zu lassen.
Soweit zum Erfolg einiger Staaten – der nicht mit einem erfolgreichen Leben seiner Bürger gleichzusetzen ist. (Dies wurde im Kapitel „Der staatliche Umgang mit der Marktwirtschaft und deren Elend“ ausgeführt.)

Diese Staaten sind per se Gegner einer BVW, da letztere ja die Antithese des bürgerlichen Staats und seiner Wirtschaft ist. Jede politische Bewegung, die Marktwirtschaft und Demokratie aushebeln will, wird zum Gegner der bestehenden Ordnung. Das schreiben sich die Staaten auch in die Verfassung hinein. Verfassungen argumentieren nicht für oder gegen ein Gesellschaftssystem. Die bürgerliche Demokratie und ihr Wirtschaftssystem werden als unabdingbare Konstante festgeschrieben.
An dieser Stelle taucht wieder die Frage auf, welche Personen „den Staat“ repräsentieren und seinen Standpunkt vertreten. In erster Linie klarerweise Politiker und Beamte der politischen Instanzen. Sie vertreten von Berufs wegen den Staat und seine Interessen. Schließlich auch diejenigen, welche die Gewaltmittel des Staates betreuen, nämlich Exekutivbeamte und Militärs. Sie haben einen Eid auf den Staat abgelegt, den die meisten auch ernst nehmen und daraus ein persönliches Anliegen machen.
In zweiter Linie aber auch so manche fanatische Staatsbürger, die sich hinter ihre Ökonomie und ihren Staat stellen. Sie sehen im Staat ihre Existenzgrundlage – und selbst wenn dieser ihnen materiell gesehen nicht viel zu bieten hat, stehen sie ideell zu ihrer Funktion als Staats-Bürger. Kritische Gedanken zu Staat und Wirtschaft reichen für die Verurteilung „Nestbeschmutzung“. Daraus spricht nur mehr das Argument, sich seine Lebensbedingungen („Heimat“) nicht besudeln zu lassen, und da nützt kein Hinweis des Kritikers, dass der Staat kein Nest sei, und es nicht um Beschmutzung sondern um Kritik ginge. Eine übliche Variante, solch meist kurzen Meinungsaustausch zu beenden, besteht in der Zurechtweisung durch den Marktwirtschafts- und Staatsfreund, man solle doch richtig arbeiten, dann komme man nicht auf so krumme Gedanken. Dass man gerade aufgrund schwerer Arbeit (und wenig Verdienst) auf solche Gedanken kommen könnte, fällt so einem Fan gar nicht auf.


1 Antwort auf “1 Der (erfolgreiche) bürgerliche Staat”


  1. 1 Inhaltsverzeichnis « Bedürfnisorientierte Versorgungswirtschaft (BVW) statt Kapitalismus Pingback am 05. November 2011 um 17:08 Uhr
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