7 Zuteilung

In der Marktwirtschaft werden Waren von Privateigentümern an die Konsumenten verkauft. Das Hauptinteresse des Verkäufers am Konsumenten besteht darin, dessen Geld an sich zu ziehen.
Diese Privateigentümer konkurrieren einander und versuchen Marktanteile (von Konkurrenten) zu gewinnen. Für den einzelnen Verkäufer stellt sich immer erst im Nachhinein heraus, ob er zu viel oder zu wenig, ob er zu teuer oder zu billig verkauft hat. Was nicht verkauft werden kann, wird preisreduziert angeboten und zu guter schließlich eher entsorgt oder wiederverwertet als verschenkt. Der Absatz bzw. Umsatz ist ständigen Schwankungen ausgesetzt – Sicherheiten bietet der Markt nicht.
Ob sich der Händler gegen andere durchsetzt bzw. behauptet, entscheidet sich an Kapitalgröße, Preispolitik, Werbung, bei einem engen Markt auch Qualität der Ware und Kundenbetreuung. Ist jedoch der Standpunkt „der Kunde ist König“ ein Garant für den Erfolg am Markt? Oder umgekehrt: Hat ein Händler, der miese Qualität ohne Beratung (mit Selbstbedienung) verkauft, keine Chancen? Die Erfahrung, die jeder tagtäglich macht, ergibt, dass Markterfolg nicht unbedingt von Kundenservice und Qualität abhängig ist. Es ist ebenso falsch zu behaupten, dass schlechte Waren vom „Markt selbst“ eliminiert würden, als auch, dass ein relativ höherer Preis eine bessere Qualität der Ware bieten würde. Wer dies nicht glaubt, kann sich in Broschüren von Konsumentenschutzorganisationen davon überzeugen.

Der Konsument hat sich sein Geld und damit seine Käufe einzuteilen. Seine Kaufentscheidungen relativieren sich an seinem Geldeinkommen. Die gefeierte Warenvielfalt der Marktwirtschaft ist ein Angebot, das die meisten mangels Zahlungsfähigkeit gar nicht gemäß ihren Bedürfnissen wahrnehmen können.

Der Konsument stellt Preisvergleiche und Qualitätsvergleiche an und ist dabei meist mangels Kenntnissen überfordert. Er hat oft den prinzipiellen Verdacht, übervorteilt worden zu sein, und liegt dabei gar nicht so falsch. Der tatsächliche Gebrauch bzw. Verbrauch und Nutzen des Konsumenten sind „Begleiterscheinungen“ des marktwirtschaftlichen Handels. Das Entscheidende ist der Kaufakt und der damit verbundene Geldtransfer.
Konsequenz davon ist, dass sich bei „(lebens)gefährlichen“ Produkten der bürgerliche Staat einschaltet und stichprobenartig Prüfungen vornimmt. Ab und zu kommt es in besonders krassen Fällen der Konsumentenschädigung zu Skandalen, deren Bewältigung aber nichts an dem grundsätzlichen Verhältnis Verkäufer – Konsument ändert.

In der BVW kann die ausreichende Bedürfnisdeckung der Konsumenten letztlich nur an einer unzureichenden Güter- und Leistungserstellung scheitern, nicht an der Armut der Konsumenten.
Ebenso kann mangelnde Qualität nicht Resultat beinharter Preiskalkulation (Profitkalkulation) sein, denn gerechnet wird in der BVW nur mit Mengengrößen und nicht mit Tauschwerten. Qualitätskontrollen sind kein Kostenfaktor und wichtiger Bestandteil der Planproduktion. Es geht nicht um Kauf, sondern um Gebrauch und Nutzen! Wenn Qualitätsmängel auftreten, dann als Folge von Unkenntnis oder Unachtsamkeit.

Die folgenden Abschnitte beschäftigen sich mit der Organisation der Zuteilung.


1 Antwort auf “7 Zuteilung”


  1. 1 Inhaltsverzeichnis « Bedürfnisorientierte Versorgungswirtschaft (BVW) statt Kapitalismus Pingback am 18. Dezember 2012 um 15:35 Uhr
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