7.5.4 Haushaltsarbeit

Die Haushaltsarbeit fällt in der Marktwirtschaft in die Privatsphäre und ist deshalb unbezahlte Arbeit, sofern diese nicht von Dienstpersonal geleistet wird. Für Betuchtere in der Marktwirtschaft gibt es die Möglichkeit, Arbeiten wie Kochen, Waschen, Putzen, Kinderaufsicht von bezahlten Hilfskräften durchführen zu lassen, und sich dieser manchmal „lästigen“, auf jeden Fall zeitaufwendigen Arbeiten zu entledigen.
Trotz aller Emanzipation bleibt der Großteil der Hausarbeit nach wie vor den Frauen vorbehalten. Da diese vermehrt zum Familieneinkommen beitragen müssen, entsteht die so genannte Doppelbelastung. Diese vereitelt oft eine zufriedenstellende Haushaltsführung und schafft auch ungemütliche Familienverhältnisse.
Extrem von der Doppelbelastung betroffen sind vor allem Haushalte alleinstehender Mütter (Väter) mit Kindern.

Wie die Haushaltsarbeit in der BVW aussehen wird, hängt von der Organisation bzw. Gestaltung des Familienlebens ab:
Ist es notwendig, zu Hause zu kochen, wenn es die erwähnten Büfetts in Speisepavillons gibt?
Ist es notwendig, die Kinder zu Hause ständig zu betreuen und zu beaufsichtigen, wenn es für Kinder ab einem gewissen Alter Schulungs- und Aktivitätszentren gibt, wo diese den Großteil der Zeit verbringen können?
Muss die Wäsche zu Hause gewaschen und gebügelt werden, wenn es Servicestellen dafür gibt, die Bestandteil der Allgemeinversorgung sind?
Haushaltsarbeit kann also in der BVW auf ein erträgliches Maß reduziert werden. Wer gerne zu Hause kocht und isst, dem sei dies nicht genommen, ebenso wenig wie jenen, die darauf bestehen sollten, sich ihre Wäsche selbst zu waschen. Als Arbeitszeit würde das jedoch nicht angerechnet werden.
Angesichts der Erleichterung durch Serviceeinrichtungen könnte darauf verzichtet werden, die Haushaltsarbeit als Arbeit(szeit) anzurechnen. Eine Ausnahme bildet die Zeit der Baby- und Kleinkindbetreuung. In den ersten Lebensjahren des Kindes wird jeweils dem Elternteil oder den Eltern, welche die Betreuung des Kindes leisten, die Betreuungszeit als Arbeitszeit (der Allgemeinstufe) gutgeschrieben. Welche Dauer diese verrechnete Betreuungszeit haben soll, ob nun zwei, drei oder vier Jahre, soll der gesellschaftlichen Diskussion überlassen bleiben.
Eine Entlastung für Eltern wäre es auch, die ersten Monate der Kinderbetreuung in Gemeinschaftseinrichtungen, etwa Elternwohngemeinschaften, zu bewältigen. Die Eltern könnten sich in der Betreuung der Kinder abwechseln, was Freiräume für die Beschäftigung mit anderen Dingen schaffen würde.
Neue Wohnformen mit integrierten Kinderbetreuungseinrichtungen ermöglichen beiden Elternteilen, schon in den ersten Lebensjahren des Kindes auch Teilzeitbeschäftigungen wahrzunehmen.
Auch die Betreuung pflegebedürftiger Personen sollte als gesellschaftliche Arbeitszeit angerechnet werden.


1 Antwort auf “7.5.4 Haushaltsarbeit”


  1. 1 Inhaltsverzeichnis « Bedürfnisorientierte Versorgungswirtschaft statt Kapitalismus Pingback am 05. Dezember 2008 um 17:18 Uhr
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