7.5.2 Wohnungen

Bezüglich Wohnungen bedarf es aufgrund ihrer Besonderheiten spezieller Überlegungen.
In einer BVW sollte nicht nur jeder ein Dach über dem Kopf haben, sondern auch die Qualität der Wohnungen ein behagliches Leben ermöglichen. Jede Wohnung beim Bau mit einer Grundausstattung versehen, die beweglichen Elemente werden von den Wohnungsbenützern nach ihren Bedürfnissen besorgt.
Die Wohnungsbenützer sind keine Eigentümer, zahlen keine Miete und haben sich um die Instandhaltung zu kümmern. Der Zustand der Wohnungen wird von Hausverwaltungen regelmäßig überprüft.
Obzwar auf einen allgemein guten Standard der Wohnungen zu achten sein wird, und neue architektonische Wohnraumkonzepte alle Wohnungen mit genügend Raum, Licht und Grünumgebung gestalten, werden sich Unterschiede in der Qualität von Wohnungen, z.B. was die Lage betrifft, nicht vermeiden lassen. Wer gelangt nun in den Genuss einer „besseren“ Wohnung? Das Zuteilungskriterium sind die geleisteten Arbeitsstunden. Ob nun die Berechnung wie bei der Zuordnung zu einer Versorgungsstufe erfolgt, also die insgesamt absolut erarbeiteten Stunden zählen, oder eine andere Variante gewählt wird, bleibt der gesellschaftlichen Diskussion überlassen.
Eine bessere Wohnung wird auch wieder abgegeben, wenn die Arbeitsstunden – über einen längeren Zeitraum gesehen – abgenommen haben, und die Wohnung von Leuten mit einer höheren Arbeitsstundenleistung gebraucht wird.
An dieser Stelle seien auch Überlegungen zur Wohnform in der BVW angestellt: Das Dorfkonzept basiert auf einer Wohnform im Grünbereich, mit zusammengefassten Wohneinheiten mit einer eigenen Infrastruktur. Zur Infragrundstruktur gehören Zuteilungsstellen für Güter des alltäglichen Bedarfs, Servicestellen (z.B. für Reparaturen), Ärzte, Schulen, Kinder- und Altenbetreuungseinrichtungen. Eine gute Anbindung zu Arbeitsstätten ist notwendig, um Pendelzeiten gering zu halten.
Die neue Wohnform wird sich auch dadurch auszeichnen, dass gewisse Einrichtungen in den Wohnbereich integriert sind, etwa Gemeinschaftsräume (Unterhaltung, Bildung, Kunst, Sport) und auch Kinder- und Altenbetreuung. Als Beispiel für diese Vorstellung des Wohnens bieten sich einige der heutzutage üblichen Feriendörfer (Ferienclubs) an, die dann in der BVW in größerem Maßstab als Wohnanlagen konzipiert werden.


1 Antwort auf “7.5.2 Wohnungen”


  1. 1 Inhaltsverzeichnis « Bedürfnisorientierte Versorgungswirtschaft statt Kapitalismus Pingback am 11. Dezember 2008 um 14:59 Uhr
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