In der BVW findet kein Kauf statt. Die Ware wird abgeholt und auf der Chipkarte verbucht.
Wie schon erwähnt wurde, ist auf der Chipkarte auch der Status der Versorgung des BVW-Mitglieds angegeben und damit der Anspruch auf bestimmte Güter bzw. der Zutritt zu den betreffenden Zuteilungsstellen gewährleistet.
Jedes Gut wird mit einem Code versehen, der bei der Entnahme in einen Kontrollautomaten eingegeben wird. Erst nach dieser Eingabe kann das Lagerhaus verlassen werden. Bei Bestellgütern wird überprüft, ob dieses Gut vom betreffenden Verbraucher bestellt wurde und wann das letzte Mal ein Gut für nämlichen Gebrauch bezogen wurde.
Bei Gütern des täglichen Bedarfs, die nicht bestellt werden, wird mit dem Code des Produkts auch die auf einen bestimmten Zeitraum bezogene Menge miteingegeben.
Diese Mengenangabe soll verhindern, dass mehr Waren, als für eine Person notwendig, mitgenommen werden. Diese Menge wird nicht allzu knapp bemessen sein, ist aber als Rationierung zu bezeichnen. Ein Mitglied wird beispielsweise einen Anspruch auf einen neuen Kühlschrank erst nach Ablauf von fünf Jahren haben. Damit wird verhindert, dass eine Person mehr als einen Kühlschrank innerhalb von fünf Jahren bezieht. Mit Familienkarten (Erwachsene plus Kinder) können bei gewissen Gütern größere Rationen in kürzeren Zeiträumen bezogen werden.
Alleine die Erwähnung der Chipkarte bewirkt eine harsche Ablehnung – mitunter des gesamten Modells. Damit wird „Kontrolle“ mit „Unterdrückung“ assoziiert – ganz im Sinne der Science Fiction Ideologie. Das Verstörende kann doch nicht an dem harmlosen Ding der Chipkarte liegen, sondern daran, welche Daten aufgenommen werden und wofür diese verwendet werden. Bei der oben beschriebenen Chipkarte werden Konsum- und Arbeitsdaten festgehalten und diese dienen zur Produktions- und Arbeitsplanung für die bedürfnisorientierte Versorgung. Wer die Karte mit einem Herrschaftsinstrument verwechselt, sollte sich das Verhältnis von Mittel und Zweck überlegen.
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1 Antwort auf “7.3 Chipkarte”