6.4.1.2 Allgemeinstufe (Allgemeinversorgung)

Wer seine Arbeitskraft in einem gewissen Zeitausmaß der Gesellschaft zur Verfügung stellt, wird mit den meisten Gütern (frei) versorgt – und zwar in einem Ausmaß, das ein gutes Leben ermöglicht (was ja Zweck der BVW ist). Voraussetzung für diese Inanspruchnahme ist, dass die erforderliche Arbeitszeit durchschnittlich erreicht wird:
Der Durchschnitt wird auf die Lebensarbeitszeit bezogen gerechnet. Die Berechnung beginnt mit dem Beginn der arbeitsspezifischen Ausbildung:
Nehmen wir an, A. ist 25 Jahre und 6 Monate alt. Sie hat ihre erste arbeitsspezifische Ausbildung mit dem 18. Geburtstag begonnen und bisher 9000 Arbeitsstunden auf ihrem Arbeitskonto. Wenn diese 9000 Stunden durch die möglichen Arbeitstage in diesem Zeitraum dividiert werden, so erhält man die durchschnittliche Arbeitszeit für A pro Tag. Je nach gesellschaftlicher Einigung werden durchschnittliche Mindestarbeitszeit und Arbeitstage pro Jahr für den Anspruch auf die Allgemeinversorgung festgelegt. Nehmen wir in diesem Fall eine Einigung auf 5 Stunden täglich und 200 Arbeitstage jährlich an. Die 9000 Arbeitsstunden von A würden nun durch 1500 Arbeitstage (200 Arbeitstage mal 7,5 Jahre) geteilt. Damit ergäben sich für A. durchschnittlich 6 Stunden pro Arbeitstag, womit sie über dem allgemein erforderlichen Durchschnittsmaß läge. Der Durchschnitt wird täglich neu durchgerechnet, immer bezogen auf den „Startpunkt“ des 18. Geburtstags.
Welche Möglichkeiten hat A. nun bezüglich ihrer überdurchschnittlichen Arbeitszeit? Sie kann es sich leisten, längere Freizeit in Anspruch zu nehmen, ihr Durchschnitt würde damit sinken. Solange dieser bei 5 Stunden oder darüber liegt, kann A. die Allgemeinversorgung in Anspruch nehmen. Oder sie entscheidet sich dafür, ihren Durchschnitt längere Zeit – sagen wir 5 Jahre – auf 6 Stunden zu halten. Dann käme sie in den Genuss der Sonderversorgung (siehe weiter unten).
Was wäre nun im Falle der Unterschreitung der durchschnittlich erforderlichen Arbeitszeit? B. hat an seinem 28. Geburtstag 8000 Stunden auf seinem Arbeitskonto. Das ergäbe pro Arbeitstag durchschnittlich 4 Stunden, also eine Unterschreitung der erforderlichen Durchschnittsarbeitszeit. B. könnte nun in Zukunft länger arbeiten um seinen Durchschnitt zu verbessern. Ist sein Durchschnitt nämlich länger als 5 Jahre (der Zeitraum ist fiktiv gewählt und unterliegt gesellschaftlicher Einigung) um mehr als 10% unter dem allgemeinen Durchschnitt von fünf Stunden, so rutscht er in die Grundversorgung ab.


1 Antwort auf “6.4.1.2 Allgemeinstufe (Allgemeinversorgung)”


  1. 1 Inhaltsverzeichnis « Bedürfnisorientierte Versorgungswirtschaft statt Kapitalismus Pingback am 11. Dezember 2008 um 15:22 Uhr
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