6 Arbeit (und Zuteilung) in der BVW – – – – – – – – – – 6.1 Zweck der Arbeit

Die Marktwirtschaft ist vor allem dadurch charakterisiert, dass Privateigentümer Produktionsmittel, also auch Arbeit einsetzen, um ihr Kapital zu vermehren. Dass Unternehmer dabei auch die eigene Arbeitskraft einsetzen, ist nicht auszuschließen, aber nicht unbedingt notwendig, denn es gibt ja genügend Leute, die ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen. Es ist das einzige, was die meisten zu verkaufen haben. Deshalb werden sie als „Lohnabhängige“ bezeichnet.
Diese sind nur in einer Hinsicht unabhängig: sie müssen nicht bei einem bestimmten Arbeitgeber arbeiten. Da sie nur mit Arbeit an das lebensnotwendige Geld kommen, sind sie auf Arbeit verwiesen und haben eine einzige „Freiheit“, nämlich sich auf dem Arbeitsmarkt einen Arbeitsplatz „auszusuchen“. Dabei haben viele Arbeitssuchende aufgrund der Konkurrenz mit anderen und des Drucks, Geld verdienen zu müssen, nicht allzu viele Möglichkeiten des Gustierens. Sie müssen Abstriche bezüglich ihrer Wunschvorstellungen machen. Oftmals bleibt von den Wünschen nicht viel über – Hauptsache, man hat einen Arbeitsplatz ergattert.
In der Arbeit selbst hört sich die Unabhängigkeit vollends auf. Der Arbeitsplatz selbst, die Arbeit, die Arbeitsbedingungen, der Lohn werden vom Arbeitgeber vorgegeben. Der Unternehmer betrachtet jede Arbeitskraft unter dem Gesichtspunkt, wie viel Geldertrag sie ihm erwirtschaftet und wie viel sie ihn kostet. Hat er den Eindruck, dass diese ihn mehr kostet als sie bringt, wird sie für ihn unbrauchbar
.

Zweck der Arbeit in der BVW ist es, Gebrauchswerte für die Allgemeine Versorgung zu schaffen. Dementsprechend wird auch die Arbeitskraft beurteilt, nämlich wie und in welchem Ausmaß sie dazu beiträgt und beitragen kann. Dies bringt eine gänzlich andere Organisation der Arbeit mit sich – darauf beziehen sich die folgenden Abschnitte.


1 Antwort auf “6 Arbeit (und Zuteilung) in der BVW – – – – – – – – – – 6.1 Zweck der Arbeit”


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