5.6 Einhaltung der Liefertermine

Die BVW kann nur funktionieren, wenn die Zeit als Faktor in die Planung einbezogen wird und die Planzeiten auch eingehalten werden. Dies insofern, da der Bedarf bei gewissen Gütern in großen Mengen und kontinuierlich anfällt (z.B. bei Lebensmitteln), und Verzögerungen sich unangenehm auf die Lebensumstände der Betroffenen auswirken. Auch wenn diese angehalten werden, für diese Güter eine Vorratshaltung anzulegen, wird in der BVW bei Planung und Kontrolle höchstes Augenmerk auf die termingerechte Produktion bezüglich der Grundversorgung zu legen sein.
Eine arbeitsteilige gesellschaftliche Produktion ist letztlich nur dann effizient, wenn Lieferanten und Abnehmer zeitlich aufeinander abgestimmt zusammenarbeiten. Stehzeiten und Lahmlegung der Produktion sind in der BVW zu vermeiden.
In der Marktwirtschaft wird ein Unternehmen, welches Liefertermine nicht einhält, vom Markt „bestraft“. Bei Verzug bzw. Nichterfüllung der Liefertermine kann dies empfindliche Konsequenzen für den Betriebserfolg und letztlich auch für die Arbeitnehmer haben.
Dies bedeutet nun nicht, dass es in der Marktwirtschaft keine Probleme mit der Liefertermintreue gäbe. Die Kaufverträge sind gespickt mit Klauseln bezüglich mangelhafter Erfüllung und Lieferverzügen – ein Hinweis darauf, dass dies immer wieder vorkommt. Um die Konkurrenz auszustechen, erstellen Betriebe oft Angebote, die dann letztlich nicht eingehalten werden können. Dieses Risiko nehmen jedoch viele Betriebe in Kauf, um im Geschäft zu bleiben.

Der pure ökonomische Druck, rechtzeitig zu liefern, entfällt in der BVW. Es bleibt der organisatorische Druck. Wenn Wohnungen um ein halbes Jahr später als geplant fertig gestellt werden, verteuert dies nicht die Kosten, weder für den Bauenden noch für den Abnehmer, denn es gibt keine Kosten. Zeit ist dann eben nicht mehr Geld! Wie unangenehm es für den Abnehmer ist, später einziehen zu können, wird von der jeweiligen persönlichen Situation abhängen. Ein finanzielles Problem ergibt sich daraus in keinem Fall.
Da den in der BVW Arbeitenden die Bedeutung der Einhaltung der Liefertermine für eine gut funktionierende Versorgung klar ist, werden diese sich in der Regel darum bemühen. Sollte es doch fallweise einen Schlendrian geben, so könnten in krassen und wiederholten Fällen bei den Beteiligten Abzüge bezüglich der Anrechnung der geleisteten Arbeitszeiten vorgenommen werden (siehe auch Kapitel „Arbeit und Zuteilung“).


1 Antwort auf “5.6 Einhaltung der Liefertermine”


  1. 1 Inhaltsverzeichnis « Bedürfnisorientierte Versorgungswirtschaft statt Kapitalismus Pingback am 15. Dezember 2008 um 11:02 Uhr
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