Ergänzende Bemerkungen

Obwohl es zu diesem vorangegangenen Abschnitt wenige kritische Anmerkungen gab, sei doch auf eine Kritik kurz eingegangen. Die Kritik lautet kurz gefasst:
„Zu knappe und deshalb auch mangelhafte Erklärung des Kapitalismus bzw. der Marktwirtschaft.“
Zu dieser Kritik:
In diesem Abschnitt sollte keine ausführliche Erklärung des Kapitalismus geboten werden, sondern thesenartig die Grundbestimmungen (Privateigentum, Geld, Kapital, Lohn, Kredit, Konkurrenz) in ihrer Bedeutung für die Marktwirtschaft beleuchtet werden. Wer mit diesen Thesen übereinstimmt, sollte auch nachvollziehen können, dass eine menschenfreundliche Ökonomie wohl nicht ohne die Abschaffung von Privateigentum als Kapital, von Geld und Markt zu haben ist. Es sollte darauf hingewiesen werden, dass eine Wirtschaft, die auf Privateigentum, Geld, Lohnarbeit und Markt beruht, notwendigerweise zur Schädigung des Großteils der Beteiligten beiträgt. Dies liegt nicht an einem wie immer gearteten bösen Willen der Kapitalisten, sondern an der Durchsetzung der ökonomischen Bestimmungen. (Um Missverständnissen vorzubeugen: Mit dem Hinweis auf „Notwendigkeiten“ werden die Kapitalisten nicht in Schutz genommen bzw. entschuldigt, dass sie nicht anders könnten. Vielmehr soll damit darauf hingewiesen werden, dass die Marktwirtschaft nicht durch eine Änderung von Werten bzw. durch eine andere Moral menschenfreundlicher wird. Dazu müssen schon die grundlegenden Bestimmungen der Marktwirtschaft außer Kraft gesetzt werden. Siehe dazu auch das Kapitel: „Menschenfreundliche (soziale) Marktwirtschaft?“)
Aus diesem Abschnitt könnte auch erschlossen werden, dass die beliebte Unterscheidung in einen (kritikwürdigen) Kapitalismus und einer (im Prinzip akzeptablen) Marktwirtschaft unangebracht ist. Der Kapitalismus ist nicht die menschenunfreundliche, weil übertrieben gierige Form einer Marktwirtschaft, sondern bezeichnet schlicht worauf es in der Marktwirtschaft ankommt: auf die Vermehrung von Kapital. Wer behauptet, dem Kapital sei mit Skepsis zu begegnen, dem Markt (in Form einer sozialen Marktwirtschaft) sei jedoch etwas abzugewinnen, der ignoriert, dass beides mit Notwendigkeit zusammengehört.


1 Antwort auf “Ergänzende Bemerkungen”


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