DER STAATLICHE UMGANG MIT DER MARKTWIRTSCHAFT UND DEREN ELEND

Die Instanz, welche die Marktwirtschaft eingerichtet hat (dies sei nicht zu verwechseln mit „erfunden hat“), diese hegt und pflegt und sich an ihr bedient, ist der „bürgerliche Staat“.
Die Charakterisierung „bürgerlich“ ergibt sich aus der Stellung des Staates zu seinen Untertanen: Der Staat der Marktwirtschaft zeichnet sich u.a. dadurch aus, dass er jeden Untertan als „freien“, „gleichberechtigten“ Bürger behandelt. (Siehe dazu auch weiter unten)

Da es das Anliegen des Autors ist, ein Modell einer vernünftigen Ökonomie vorzustellen, ist es angebracht, auch ein paar Gedanken dem bürgerlichen Staat zu widmen.
Dies erstens deshalb, weil sich die alternative Gesellschaft auch hinsichtlich des Zwecks und der Wirkungsweise der politischen Instanz von der bürgerlichen Demokratie unterscheidet.
Zweitens besteht bei den meisten Bürgern ein unangebracht hohes Vertrauen in die staatlichen Instanzen. Sie meinen, die Behörden wären dazu da, sich ihrer jeweiligen Interessen und Sorgen anzunehmen. Wenn diese das nachweislich nicht tun, kreiden sie das bestimmten Beamten, Politikern, Parteien oder erfundenen staatsfeindlichen Subjekten an, jedoch nie der Instanz selbst.
Eine gängige Variante des Misstrauens bezüglich der Politik besteht in dem Verdacht, dass „es sich die da oben schon richten, während der kleine Mann alles auszubaden hat“. Man misstraut den Politikern, dass sie ihr Amt ehrlich, ohne Bedacht auf ihren Eigennutz und im Sinne der Bürger ausfüllen. Sicherlich gibt es Politiker, die ihr Amt auch für persönliche Vorteile nützen. Doch auch der Politiker, der in der Ausübung seines Amtes nicht an seinen Eigennutz denkt, orientiert sich in erster Linie an dem übergeordneten Standpunkt des Staates und nicht an den Interessen einzelner Bürger.
Drittens gab und gibt es kritische Bürger, die durchaus Bedenken bezüglich der Marktwirtschaft und deren segensreichen Wirkungen anzumelden haben und diese politisch verändern wollen. Das Fatale dabei ist, dass die meisten Kritiker dabei entweder an die Vertreter des bürgerlichen Staats appellieren oder gleich mit dessen Instanzen eine „andere“ Politik machen wollen. Änderungen mögen dabei herauskommen (siehe weiter unten – Beispiel „Normalarbeitszeit“), jedoch keine der grundsätzlichen Zwecke und Konsequenzen der Marktwirtschaft und staatlichen Politik.


1 Antwort auf “DER STAATLICHE UMGANG MIT DER MARKTWIRTSCHAFT UND DEREN ELEND”


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