7 Resümee

• Zweck der Produktion ist das Erwirtschaften von Geld und Profit. Das bedeutet für die Unternehmer, Tauschwerte (Preise) zu realisieren und nicht Gebrauchswerte nach Bedarf herzustellen.

• Nachfrage zählt in der Marktwirtschaft nur als zahlungsfähige. Am Markt stellt sich für die Verkäufer die zahlungsfähige Nachfrage heraus. Risiko ist eine Eigenschaft marktwirtschaftlicher Aktivitäten.

• Die Produzenten („Arbeitnehmer“) sind beim Kampf um Profite der Unternehmer („Arbeitgeber“) von diesen abhängig. Die grundlegenden Interessen ihres Verhältnisses sind gegensätzlich: Für die einen ist das Entgelt eben Existenzgrundlage und kann insofern nicht hoch genug sein, für die anderen sind es Kosten und diese können nicht niedrig genug sein.

• Der Großteil der Bevölkerung ist Manövriermasse der Unternehmen – je nach Bedarf wird eingestellt oder gekündigt. Letzteres verschärft für die Betroffenen die materielle Situation, denn mit allzu wenig Geld ist in der Marktwirtschaft vielleicht gerade ein Überleben möglich, ohne Geld nicht mal das.
Dass durch die Beschränkung der Geldmittel der Arbeitnehmer ebenso die Zahlungsfähigkeit der Konsumenten (mit)eingeschränkt wird, ist dem einzelnen Unternehmer egal – er denkt nie volkswirtschaftlich.

• Die Marktwirtschaft setzt für die Produktion und Leistungserstellung alle gesellschaftlichen Ressourcen ein. Dieser Einsatz privat und gegeneinander (in Konkurrenz) vollzogen.

• Die gesamte Wirtschaft wird von Booms und Krisen heimgesucht, wobei vor allem in Rezessionen etliche Unternehmen, Werte und Arbeitsplätze vernichtet werden – Phänomene, die in dieser Ökonomie den Charakter von Naturkatastrophen haben und als solche (bedauernd) zur Kenntnis genommen werden.

• Angeheizt werden die konjunkturellen Schwankungen der Ökonomie von der aufgeblasenen Spekulation mit Krediten – aufgrund dieser kommt es von Fall zu Fall nicht nur zu erheblichen Abstrichen von Buchgeld, sondern auch zur Vernichtung von Gebrauchswerten.

Schon alleine diese Punkte sollten reichen, dass ein unvoreingenommener Begutachter diese Ökonomie als unvernünftige Art des Wirtschaftens einschätzen könnte – in der Annahme, es ginge beim Wirtschaften darum, die Menschen ausreichend mit Gütern zu versorgen, um ein angenehmes Leben zu führen.