5 Krieg und Frieden

Rückblickend auf die etwa 200 Jahre Marktwirtschaft lässt sich eindeutig feststellen, dass mit dieser Ökonomie die Welt nicht friedlicher wurde – im Gegenteil. Fallweise wurde die ganze Welt mit Krieg überzogen.
Geführt wurden die großen Kriege von Staaten unter Mithilfe der Wirtschaft und eines gehorsamen Staatsvolkes.
Wer nun einwendet, die Kriege seien nicht der Marktwirtschaft anzulasten, sondern den Staaten, die seit jeher Kriege geführt haben (auch schon vor Bestehen der Marktwirtschaft), der nimmt zu Unrecht die Ökonomie vor der Politik in Schutz. Haben denn jemals marktwirtschaftliche Unternehmen gegen Kriege protestiert und diese verhindert? Im Gegenteil, die meisten Unternehmen haben durch Kriege verdient, vor allem wenn diese gewonnen wurden. Sie lieferten und liefern das notwendige Kriegsmaterial von A(tomsprengkörpern) bis Z(yklon B).
Selbst der Nationalsozialismus hat die Marktwirtschaft nicht abgeschafft, sondern sich ganz speziell an ihr bedient.
Wahr ist allerdings auch, dass auch Staaten (bzw. Imperien) mit einer anderen Ökonomie ihr Volk in Kriegen verheizten. Dies kann aber niemals ein Argument für die Marktwirtschaft und ihre Staaten sein.
Dass derzeit in der „Ersten Welt“ kein Nationenkrieg tobt, ist gewissen politischen Konstellationen geschuldet, keinesfalls jedoch der Einsicht, dass Kriege unzumutbar wären. Dies widerlegt schon die tagtägliche Realität der Kriege in nicht zur Ersten Welt gehörigen Staaten, die je nach politischen Erwägungen der Ersten Welt von dieser entweder auf Sparflamme gehalten oder angestachelt bzw. in diesen Regionen selbst geführt werden.
Aufgerüstet wird jedenfalls (auch) in Friedenszeiten und dafür werden erkleckliche Mittel eingesetzt. In Friedenszeiten ergeben sich die Gründe für Kriege und werden diese vorbereitet.
Wie viele Studien gibt es hiezu, die vorrechnen, wie sehr den Armen geholfen werden könnte, wenn man die Rüstungsgelder in die Bekämpfung der Armut investierte! (Manche Ökonomen behaupten sogar, es gäbe dann keine Hungernationen mehr.)
Wenn Staatspolitiker stets ihre guten Absichten in puncto Frieden und Eintracht betonen, so sollte man beachten, dass sie einen Frieden „in ihrem Sinne“ damit meinen. Stellt sich dieser nicht ein oder ist dieser gefährdet, dann lassen sie es auf einen Krieg ankommen.


1 Antwort auf “5 Krieg und Frieden”


  1. 1 Inhaltsverzeichnis « Bedürfnisorientierte Versorgungswirtschaft (BVW) statt Kapitalismus Pingback am 18. Dezember 2008 um 11:25 Uhr
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