4 Umwelt

Der Begriff der Umwelt ist in den letzten Jahrzehnten fixer Bestandteil ökonomischer, politischer und wissenschaftlicher Debatten. Meist wird der Begriff mit dem Beiwort „Problem“ versehen. Dies deshalb, weil in den rund zweihundert Jahren Marktwirtschaft durch rigorose Benützung (vor allem in den letzten Jahrzehnten) die Natur stark geschädigt wurde und damit die Lebensbedingungen und Gesundheit stark in Mitleidenschaft gezogen wurden. So stark, dass sich schließlich staatliche Politik angesichts der Folgekosten und irreparablen Schäden bemüßigt sah, die Beachtung einiger Grenzwerte in Form von Gesetzen ihrer Ökonomie vorzuschreiben.
Für profitorientierte Unternehmen bedeutet Rücksichtnahme auf die natürlichen Voraussetzungen eine Einschränkung ihres Geschäftes. Der Umweltschutz verursacht Kosten oder eine Geschäftsbehinderung, ist also letztlich Gewinnbeschneidung und verträgt sich somit meistens nicht mit den Geschäftsinteressen der Unternehmer (- allerdings gibt es auch so manche Unternehmen, die unter dem Titel Umweltschutz profitable Geschäfte betreiben).
Dementsprechend halbherzig fallen die staatlichen Maßnahmen auch aus: die marktwirtschaftliche Ökonomie als Grundlage des modernen Industriestaates darf nicht so eingeengt werden, dass profitable Geschäfte verunmöglicht werden. Die auffälligsten und krassesten Fälle der Umweltschädigung werden in gewissen Regionen zwar vermieden, die in diesen Regionen schleichende, in anderen Regionen rapide Verwahrlosung und Verdreckung geht weiter.
In ärmeren Regionen der Erde ist Umweltschutz nur dann ein Thema, wenn irgendeine NGO die alarmierenden Zustände in einer Kampagne aufzeigt und dies zum Thema in der Öffentlichkeit gemacht wird.

Genauere Untersuchungen der Nahrungsmittel ergeben oft erschreckende Werte der Belastung für Mensch (und Tier). Einerseits gelangen die Rohstoffe schon „belastet“ in den Verarbeitungsprozess, wo dann die Agrar- und Lebensmittelindustrie mit chemischen Zusätzen dazu beiträgt, die Lebensmittel zwar nicht gesünder aber verkäuflicher zu machen. Auf viele der so genannten „Bioprodukte“ trifft dies auch zu: sie sind nachweislich nicht gesünder, aber bei „umweltsensiblen“ Konsumenten gut zu verkaufen.

Eine recht drastische Gefahr für Mensch und Natur stellen die Atomkraftwerke dar. Auch Befürworter dieser Technologie bestreiten nicht, dass ein nicht zu unterschätzendes „Restrisiko“ besteht. Die Katastrophe von Tschernobyl als bekanntester größter „Störfall“ machte die verheerenden Wirkungen deutlich und messbar. Aufgrund marktwirtschaftlicher Überlegungen wurden und werden die Kraftwerke weltweit nicht stillgelegt – man nimmt das Restrisiko in Kauf, weil diese Energiegewinnung sich trotz Störfällen noch immer wirtschaftlich rechnet.
Dort, wo auf Atomkraftwerke verzichtet wurde, Werke stillgelegt wurden oder der Ausstieg geplant ist, gibt es Alternativen, die letztendlich wirtschaftlicher sind.


1 Antwort auf “4 Umwelt”


  1. 1 Inhaltsverzeichnis « Bedürfnisorientierte Versorgungswirtschaft statt Kapitalismus Pingback am 11. Dezember 2008 um 14:57 Uhr
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