VORBEMERKUNGEN

Der Titel dieses Buches weckt vielleicht bei einigen das Interesse, sich die Ausführungen genauer anzusehen, bei anderen verursacht dieser ein Naserümpfen: noch so eine Utopie und einer der glaubt, es besser zu wissen.

Tatsächlich findet sich in der Literatur (und auch im Film) eine Fülle von Schilderungen einer besseren Welt. Angesichts dieser Fülle nimmt sich die Zahl vernünftiger Gesellschaftsmodelle, die aus einer wissenschaftlichen Beschäftigung mit der Marktwirtschaft entspringen und einen radikalen Bruch mit dieser bedeuten, und solche Alternativen, die nicht bloße Fantasie, Märchen oder Utopie sein wollen, sehr bescheiden aus.

Das ist auch der Grund, weshalb bei der Behandlung „schon dagewesener“ Alternativen auf geschichtlich gesehen unaktuelle Ansätze näher eingegangen wird. Dabei handelt es sich um Modelle, die einer ökonomischen Kritik der Marktwirtschaft entspringen und in einer ernsthaft durchdachten Alternative münden.

Das im Hauptteil des Buches vorgestellte Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell einer „bedürfnisorientierten Versorgungswirtschaft“ wird sich selbst der Bezeichnung als Utopie nicht entziehen können, obwohl es nicht bloß Utopie sein soll. Trotz dieses Anspruches, ein realisierbares Modell zu präsentieren, kann dieses nicht als „dogmatisch wahr“ bezeichnet werden. Der Modellentwurf ist nicht die Beschreibung bestehender Wirklichkeit und auch keine wissenschaftliche Prognose, wie eine zukünftige Gesellschaft aussehen wird. Sollte in mehr oder weniger ferner Zukunft die Marktwirtschaft durch eine an-dere Wirtschaftsform abgelöst werden, so liegt es an den Beteiligten, sich auf die Organisation einer menschenfreundlichen Ökonomie zu einigen. Die Ausführungen zur „bedürfnisorientierten Versorgungswirtschaft“ können dafür überlegenswerte Anhaltspunkte bieten.

Nicht verhohlen werden soll, dass dem Autor bei der Beschäftigung mit dieser schwierigen Thematik ähnliche Gedanken wie Thomas Morus, die dieser in seiner Vorrede zur „Utopia“ schildert, in den Sinn kamen:

„Indessen, um die Wahrheit zu sagen, bin ich mir selbst noch nicht im Klaren, ob ich das Werk überhaupt herausgeben soll. Der Geschmack der Menschen ist nämlich so verschieden, die Einstellung mancher Leute ist so seltsam, es gibt so viel Undank, so viele widersinnige Urteile, dass damit offenbar die viel besser zurechtkommen, die froh und sorglos in den Tag hineinleben, als die sich mit der Sorge abplagen, etwas zu veröffentlichen, was undankbaren und verwöhnten Lesern Nutzen oder Vergnügen bereiten könnte.“

Dank erwarte ich nicht – ein wenig Aufmerksamkeit erhoffe ich.