Teil 2: Das alternative Modell

Aus der vorangegangenen Kritik ergibt sich das Kernstück dieser Abhandlung, nämlich die Darstellung einer alternativen Wirtschaft und Gesellschaft.
Was sind die Voraussetzungen dieser Alternative, wie ist diese organisiert und wie kommt es dazu? Das sollen die folgenden Abschnitte klären.
Auch mögliche Gegenargumente werden ausführlich behandelt.

Im Abschnitt „Grundriss einer bedürfnisorientierten Versorgungswirtschaft (BVW)“ werden die Zwecke, die Voraussetzungen und die Organisation dieser Ökonomie und Gesellschaft ausgeführt. Dem Leser wird nichts weiter zugemutet, als sich von dem Vorurteil der Unmöglichkeit solch einer Alternative zu lösen und der argumentativen Entwicklung des Modells aufmerksam zu folgen.
Der „Grundriss einer BVW“ lässt sich nicht auf angebliche wirtschaftliche Sachzwänge und auf eine konstruktive Weiterentwicklung einer sozialen Marktwirtschaft ein. Die Kritik an der Marktwirtschaft ist Ausgangspunkt, mit den Grundlagen dieser ungemütlichen Organisation der Gesellschaft radikal zu brechen. Vergesellschaftete Produktionsmittel, geplante Produktion und Verteilung der erarbeiteten Güter an alle Mitglieder der Gemeinschaft sind die Grundlagen dieser neuen Gesellschaft, also einer Gesellschaft, in welcher das Eigentum als Rechtstitel obsolet geworden ist, in der es keinen Markt auf dem getauscht wird gibt, und als Gipfel der „Ungeheuerlichkeit“, deren Wirtschaft ohne Geld auskommt. Von zentraler Bedeutung ist dabei der Zusammenhang zwischen Arbeit und Verteilung, der in der BVW weder auf Lohn noch auf Geld bzw. Tausch basiert.
Die kritisierten Bereiche der Marktwirtschaft (Arbeit, Gesundheit, Umwelt) werden vom Standpunkt des neuen Gesellschaftsmodells nochmals durchdacht und skizziert. Bei der Darstellung wird es nicht auf epische Breite, sondern die Konzentration auf das Wesentliche ankommen.
Wohlwollend Interessierte werden das Modell für durchaus realisierbar halten, doch sich die Frage stellen, wie die Marktwirtschaft verändert werden solle, sodass eine BVW entstehe? Im Abschnitt „Der Übergang“ wird der Versuch unternommen, die Möglichkeit der Veränderung der Gesellschaft zu erörtern – und dies ganz ohne den, bei so manchen noch immer beliebten, Verweis auf die Tendenzen der Geschichte, welche in diese Richtung weisen und dieser neuen Gesellschaft zuarbeiten würden. Für Anhänger dieser Weltanschauung mag es ernüchternd sein, dass von „der Geschichte“ keine Hilfe zu erwarten sein wird. Es wird auf den gemeinsamen Willen von Menschen einer größeren Region ankommen, diese neue Vorstellung der Wirtschaft und Politik durch- und umzusetzen. Diese radikale Änderung wird wohl als Revolution zu bezeichnen sein. Mit einer evolutionären Entwicklung der Marktwirtschaft in diese Richtung ist nicht zu rechnen.
Erst wenn Privateigentum und Tauschbeziehungen abgeschafft sind, können die geplante Produktion, Arbeit und Verteilung phasenweise auf das Niveau einer gut funktionierenden BVW gehoben werden.

Weniger Wohlwollende werden einiges an dem Modell der BVW zu kritisieren haben. Diesen ist der Abschnitt „Die Gegner der BVW (und ihre Argumente)“ gewidmet. Außer der Gegnerschaft der staatlichen bzw. marktwirtschaftlichen Institutionen und der Superreichen dieser Gesellschaft, die mit der BVW dem ersten Anschein nach wirklich etwas zu verlieren hätten, gibt es eine Reihe von Argumenten gegen die BVW, die auch von Leuten vorgebracht werden, deren Erfahrungen mit der Marktwirtschaft nicht so gut sind. Diese Gegenargumente finden sich quer durch alle Klassen und Schichten, in mehr oder weniger ausgefeilter Form. In vielen Diskussionen stellte sich heraus, dass sich die Skepsis hinsichtlich des Modells einerseits auf den Charakter des Menschen und andererseits auf die ökonomische Machbarkeit bezieht. Darauf wird ausführlich eingegangen, wie auch auf Befürchtungen, die demokratischen Werte und Tugenden würden durch eine BVW beseitigt werden. Und dann gibt es schließlich den Verweis auf die Sowjetunion, deren Mangelökonomie, Stalinismus und Untergang. Der Sowjetökonomie und deren Ökonomie als realisierter Versuch einer alternativen Ökonomie ist im Teil 3 ein eigenes Kapitel gewidmet.


1 Antwort auf “Teil 2: Das alternative Modell”


  1. 1 Inhaltsverzeichnis « Bedürfnisorientierte Versorgungswirtschaft statt Kapitalismus Pingback am 11. Dezember 2008 um 15:18 Uhr
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